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Edizione 5, Rekordernte 2026

Autorenbild: Thomas
Thomas
vor 17 Stunden
3 Min. Lesezeit

Es ist Sonntagnachmittag, wir sitzen mit Liegestühlen im Olivenhain, Vögel zwitschern. Wir riechen Gras. Die Herbstsonne scheint noch angenehm kräftig und nur ein leichtes Windchen ist zu vernehmen. Friedlicher und entspannter geht nicht. Es ist die Ruhe nach dem Sturm, dem wunderbaren Erntesturm, der diesen Freitag zu Ende gegangen ist.


Für uns beginnt die Erntevorbereitung zwei Wochen bevor die ersten Olivenbäume geschüttelt werden. Gut drei Hektaren Wiese im Hain müssen gemäht werden. Jeder Baum muss danach einzeln mit dem Trimmer herausgemäht werden. 750 Bäume heisst, 750 mal mit dem Fadenmäher um einen Baum laufen. Die einen umarmen die Bäume und erhalten dadurch Kraft, wir laufen um sie herum und verbrauchen Kraft. Jäno, immerhin werden dadurch etwas Kalorien verbrannt. Das feine italienische Essen hat da schon die eine oder andere Spur hinterlassen... aber das ist eine andere Geschichte.


Unsere Glückszahlen sind 14, 1'200 und 10'500. Warum? Das erzähle ich nun sehr gerne.


Nie, nie und wirklich nie hätten wir beim Start des Abenteuers in der Toskana gedacht, dass es so viele liebe Menschen gibt, die uns bei eben diesem Abenteuer tatkräftig unterstützen. Ich habe das schon in anderen Blog's erwähnt, schreibe es aber mmer wieder, da wir das immer noch nicht wirklich fassen können. Diese Jahr kamen 14 liebe Erntehelferinnen und -Helfer. Familie und Freunde aus der Schweiz. Paula, Marianne, Margrith, Heidi, Toni, Roman, Mauro, Sepp, Beat, Max, Otto, Pius, Hebi und Alois heissen sie. Sieben die erste Woche und sieben die zweite Woche. Die Tage sind streng. Es läppern sich im Olivenhain täglich bis zu 25'000 Schritte zusammen. Unter jeden Baum wird ein grosses Netz ausgebreitet. Mit elektrisch betriebenen Schüttelstäben, ähnlich wie eine stark zitternde Heugabel, werden die Oliven zu Boden geschüttelt. Ast für Ast, Baum für Baum. Sie sammeln sich im Netz, zumindest die Meisten davon, und werden von flinken Händen durch Anheben des Netzes zusammen gehäuft und in die grossen Behälter auf dem Anhänger verladen. Im Durchschnitt gewannen wir pro Baum sagenhafte 15 kg Oliven, welche jeweils 1.6 Liter Olivenöl ergaben. Total 10'500 kg Oliven wurden in der Ölmühle zu 1'200 Liter Olivenöl verarbeitet. Das ist Rekord für uns. Eine solche Menge an Oliven hat uns die Natur noch nie geschenkt. Ob es am biologischen Dünger liegt, den wir im Frühling auf die Blütenknospen spritzten oder ob es einfach eine grosszügige Laune der Natur ist, wir wissen es nicht. Für den Moment ist es egal. Wir sind einfach dankbar, welches Geschenk wir von diesen fast hundertjährigen Pflanzen im Podere L'Immacolata erhalten haben. L'Immacolata, die Unbefleckte. Die Namensgeberin unseres kleinen Bauerngutes sehen wir als Schirmherrin. Auch ihr gebührt ein herzliches Grazie.


Die meisten der anderen kleinen Olivenbauern unserer Grösse, die wir inzwischen kennen, arbeiten bei der Ernte mit Akorderntern. Diese kommen am Morgen, ernten den ganzen Tag und gehen am Abend. Wir haben uns bewusst dagen entschieden, Akordernter anzuheuern. Ernten mit Familie und Freunde heisst nicht nur, arbeiten mit Familie und Freunden. Es heisst auch Geselligkeit am Abend mit feinem Essen und dem berühmten Glas Wein, das meistens als Mehrzahl verstanden werden muss ;-). Unvergessliche Momente, welche zur Geschichte des Olivenöls L'Immacolata gehören. Grazie cari Amici!


Vor dem Abfüllen wird unser Olivenöl nun noch die sensorische Prüfung sowie Labortests durchlaufen. Wir strengen auch dieses Jahr wieder die IGP-Zertifizierung an. Diese garantiert unseren Kunden, dass es sich um reines, toskanisches Olivenöl handelt, welches das Qualitäts-Prädikat "extra vergine" wirklich verdient und nicht bloss als leere (leider ungeschützte) Worthülse auf der Etikette stehen hat.


Bestellungen nehmen wir sehr gerne über das Formular auf www.l-immacolata.it entgegen. Das Olivenöl wird am Wochenende vom 12./13. Dezember 2026, wiederum im Restaurant GnossStobe in Rain (Luzern) abgeholt werden können. Pünktlich also, um Freunden und Familie einen gesunden Genuss unter den Weihnachtsbaum legen zu können. A propos GnossStobe: Die Tavolata L'Immacolata, das Fünfgang-Toskanamenue mit Weinbegleitung, findet am 11. und 12. Dezember statt. Der Freitag ist praktisch komplett reserviert, am Samstag hat es noch einige freie Plätze. Reservation beim Team von Olivia Studhalter oder über www.gnossstobe.ch.


Weihnachtsbaum, das ist ein guter Schlussgedanke. Passend auch für den Olivenbaum, bei welchem ich gerade mit dem Liegestuhl sitze. Unsere Beschehrung ist durch. Sie hinterlässt uns glücklich, zufrieden, etwas müde und demütig. Grazie di cuore!


 
 
 

1 Kommentar

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Irène
vor 4 Minuten
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Liebe Esti, lieber Didi

Herzliche Gratulation zur 5, Edition, die geglückte Ernte, der Wahnsinnsertrag und der wunderschöne Bericht. Danke auch allen Entern für eure Arbeit, so können wir wieder aus dem Vollen schöpfen beim Kochen, Aperölen und vieles mehr.

Herzlicher Gruss aus der Schweiz

Irène und Beat

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